Trennungsangst bei Kindern - Mutter begleitet Abschiedsschmerz
Zurueck zum Blog
Bindung

Trennungsangst bei Kindern: Was dahintersteckt und wie du dein Kind sicher begleitest

20. April 2026 12 Min Lesezeit Monika Woerle

Der Abschied am Kindergartentor. Das Weinen, wenn du aufs Klo gehst. Die Traenen, wenn Oma statt Mama das Buch vorliest. Trennungsangst ist eines der haeufigsten Themen, das Eltern in meine Praxis bringt - und eines der am meisten missverstandenen.

Trennungsangst ist keine Schwaeche deines Kindes. Sie ist kein Zeichen schlechter Erziehung. Sie ist ein Zeichen, dass dein Kind eine tiefe Bindung zu dir hat - und dass es noch lernt, Trennungen zu verarbeiten.

Ich bin Monika Woerle, Heilpraktikerin fuer Psychotherapie. In diesem Artikel erklaere ich, was hinter Trennungsangst steckt, wann sie normal ist - und was wirklich hilft.

Trennungsangst nach Alter: Was ist normal?

0-8 Monate

Noch keine echte Trennungsangst. Baby reagiert auf alle Menschen aehnlich.

8-18 Monate

Peak der Trennungsangst. Baby hat Objektpermanenz entwickelt - weiss, dass du weg bist, kann aber noch nicht verstehen, dass du wiederkommst.

2-3 Jahre

Trennungsangst kann wieder zunehmen, besonders bei Kita-Start oder Veraenderungen.

4-6 Jahre

Meist ruhiger, aber Schulstart kann neue Trennungsangst ausloesen.

7-10 Jahre

Trennungsangst in diesem Alter ist ein Hinweis auf tiefere Beduerfnisse - oft lohnt sich professionelle Begleitung.

5 Strategien, die wirklich helfen

1

Abschiede kurz und konsequent gestalten

Lange Abschiede verstaerken die Angst. Je laenger du bleibst, desto mehr signalisierst du: Hier ist wirklich etwas Bedrohliches. Kurz, liebevoll, konsequent: Ich komme um 16 Uhr. Ich liebe dich. Tschuess. Und dann geh - auch wenn es weint.

2

Abschiedsritual einfuehren

Rituale geben Sicherheit. Ein festes Abschiedsritual - drei Kuesse, ein Geheimzeichen, ein bestimmter Satz - gibt dem Kind Kontrolle und Vorhersagbarkeit. Es weiss: So laeuft das ab. Und dann kommt Mama/Papa zurueck.

3

Ankuendigungen einhalten

Ich komme um 16 Uhr. Dann komm um 16 Uhr. Nicht um 16:30. Nicht um 17 Uhr. Jedes Mal, wenn du spaeter kommst als angekuendigt, wird die Angst groesser. Vertrauen entsteht durch Zuverlaessigkeit.

4

Gefuehle validieren - ohne zu verstaerken

Ich weiss, dass du traurig bist, wenn ich gehe. Das ist okay. Ich komme wieder. Nicht: Wein nicht! Nicht: Das ist doch nicht schlimm! Aber auch nicht: Ich bleibe noch ein bisschen. Das Gefuehl anerkennen, ohne es zu dramatisieren.

5

Uebergangsobiekte nutzen

Ein Kuscheltier, ein Foto von dir, ein kleines Taschentuch mit deinem Duft - Uebergangsobjekte helfen Kindern, die Verbindung zu dir aufrechtzuerhalten, wenn du nicht da bist. Besonders bei Kleinkindern sehr wirksam.

Dein naechster Schritt

Die FamilyCalm App enthaelt Gefuehlskarten und Begleitungstools, die dir helfen, Trennungssituationen ruhiger zu meistern.

FamilyCalm App - kostenlos
Monika Woerle

Monika Woerle

Heilpraktikerin fuer Psychotherapie - HPP

Monika Woerle ist Heilpraktikerin fuer Psychotherapie und war 35 Jahre lang Kindergartenleitung im Allgaeu. Sie begleitet Familien online und persoenlich im Raum Ostallgaeu.